Ein Bericht von Adrian Oberer, Lenzburger Nachrichten.
Am 13. Juni richtete der Modell Sport Verein Seon die Schweizermeisterschaften im Modellfallschirmspringen aus. Die Gäste von der Modellfluggruppe Huttwil machten den Meistertitel an einem vom Winde verwehten Wettkampf unter sich aus.

Präzision, Fingerspitzengefühl und ein besonders gutes Gespür für den Wind waren am vergangenen Samstag, 13. Juni, auf dem Flugplatz Schlatt in Seon gefragt. 15 Pilotinnen und Piloten folgten der Einladung des Modell Sport Vereins (MSV) Seon zur Schweizermeisterschaft im Modellfallschirmspringen.
Vom freien Fall zur Punktlandung
Das Prinzip ist schnell erklärt, die Umsetzung deutlich anspruchsvoller: Zunächst bringt ein Absetzmotorflugzeug jeweils zwei Modellfallschirmspringer auf eine Höhe von über 300 Metern, erklärt Remy Iberg, Wettkampfverantwortlicher des MSV Seon. «Die Fallschirmpiloten am Boden entscheiden dann, wann der Pilot ihren Springer absetzen soll.» Nach dem Abwurf müssen die Figuren zunächst rund drei Sekunden im freien Fall bleiben, bevor die Pilotinnen und Piloten den Fallschirm per Fernsteuerung öffnen dürfen.
Sobald sich der Schirm entfaltet hat, beginnt die eigentliche Feinarbeit: Per Fernsteuerung navigieren die Teilnehmenden am Boden ihre Springer über zwei verbaute Servomotoren durch die Luft. Dabei gilt es besonders, den Wind richtig einzuschätzen und die Figur möglichst genau auf einer Zielscheibe mit rund 32 Zentimetern Durchmesser landen zu lassen. Wer die Scheibe trifft, bleibt ohne Strafpunkte; jeder Zentimeter daneben zählt als ein Strafpunkt. Normalerweise hat gewonnen, wer nach vier Sprüngen die wenigsten Punkte auf dem Wettkampfblatt stehen hat. In Seon kam es diesmal aber anders.









Böen erzwingen den Abbruch
Der Wind wurde an diesem Samstag zum Spielverderber. Starke Böen behinderten den Flugbetrieb und erschwerten die Aufgabe für die Springer massiv. Ob unter solchen Bedingungen noch geflogen werden kann, entscheiden jeweils die Piloten der Absetzmaschinen, erklärt Iberg. Für sie sind die unberechenbaren Wind-stösse besonders heikel: Die mehrere Tausend Franken teuren Maschinen lassen sich bei böigem Wind nur schwer kontrollieren. Im Verlauf des Wettkampfs am Morgen sei das Fahrwerk eines Flugzeugs nach einer unsanften Landung bereits beschädigt worden, so Remy Iberg.
«Kurz vor dem Mittag war klar, dass wir den Wettkampf abbrechen müssen», sagte Martin Goldmann, Co-Präsident des MSV Seon, während er den Zwischenstand auswertete. Immerhin waren bis dahin genügend Sprünge zusammengekommen, um einen Sieger zu küren. Die Rangverkündigung zeigte dann ein deutliches Bild: Die Gäste der Modellfluggruppe Huttwil machten das Podest unter sich aus. Stefan Gloor gewann vor Sandro Tanner und Tom Wulf. Ebenfalls mit einer Trophäe belohnt wurden die drei Nachwuchsspringer Noah und Luca Wyss sowie David Hasler.






